Die Rede unserer Schülersprecherin zur Eröffnung des Atriums im Wortlaut

 

Eröffnung des neu gestalteten Schulatriums an der Theodor - Heuss - Realschule Lüdenscheid

 

Lieber Herr Turk (und angesichts des besonderen Anlasses unserer 'heutigen Zusammenkunft möchte ich Sie bei der Begrüßung allen anderen voranstellen), liebe Frau Rogold, sehr geehrte Vertreter unseres Schulträgers, der Stadt Lüdenscheid, ( hier begrüße ich besonders Herrn Schröder und Herrn Merkschien), liebe Lehrer und Lehrerinnen der THR, liebe Familie Hülscher, liebe Familie Geitz, liebe Mitschüler und Mitschülerinnen, liebe Gäste! (Ich hoffe bei dieser Aufzählung, die uns von den Verbindungslehrern überreicht wurde, niemanden vergessen oder in falscher Reihenfolge genannt zu haben.)

Im Namen der Schülervertretung (SV) der Theodor - Heuss - Realschule möchte ich Sie /möchte ich euch als Schülersprecherin zusammen mit Janina zur offiziellen Einweihung unseres Schulatriums recht herzlich begrüßen. Wir freuen uns, dass so viele unserer Einladung gefolgt sind. Wir haben den heutigen Gästekreis bewusst klein gehalten, weil es bestimmt wichtigere Dinge auf der Welt gibt als ein Atriumeinzuweihen, aber wir haben uns auch für einen kleinen Rahmen entschieden, weil wir als SV überhaupt zum ersten Mal zu solch einer Veranstaltung so wichtige Gäste eingeladen haben und unser Lampenfieber auch aufgrund der kleinen Rede, die wir ja halten mussten, nicht noch größer werden sollte. Einige der geladenen Gäste lassen sich für heute Abend entschuldigen, weil sie andere wohl noch wichtigere Termine wahrnehmen mussten : Da ist an erster Stelle unser Bürgermeister Herr Schmidt zu nennen, aber auch Herr Bahr vom Schulverwaltungsamt und Herr Brauckmann als Vorsitzender unseres Fördervereins sind leider verhindert, alle lassen aber herzliche Grüße übermitteln.

Wir können in dieser Woche, und hierauf hat uns Herr Turk bei seinem letzten Besuch in dieser Woche hingewiesen, neben der Atriumeinweihung noch ein ganz besonderes Jubiläum feiern : Wir sind am morgigen Tage genau 20 Jahre in unserem Schulgebäude an der Gustavstraße.

Wir Schülersprecherinnen haben zwar diesen Einzug nicht selbst erlebt (weil wir schon so erwachsen aussehen, könnte man das zwar meinen), unsere Informationen über diesen Teil der THR - Schulgeschichte mussten wir uns deshalb von unseren inzwischen mit der Schule alt und grau gewordenen Verbindungslehrern berichten lassen.

Es war kein glorreicher Einzug der SV in dieses damals nagelneue Gebäude, so haben uns die Verbindungslehrer berichtet. Eine supermoderne Schule, mit neuen Medien und modernen Fachräumen ausgestattet, eine riesige Turnhalle, eine voll ausgestattete Küche, ein Musikraum, der auch als Großgruppenraum genutzt werden konnte, ein gemütliches Lehrerzimmer, eine Lehrerbibliothek, ein Druckereizimmer, ein Elternsprechzimmer und ... und ... und ... aber: kein SV-Büro !!!

Wir wollen nicht nachtragend sein und keine alten Geschichten aufwärmen, woran diese Planungspanne wohl gelegen haben mag - aber eigenartig war es schon, dass in so einer modernen Schule die SV jahrelang mit einem provisorischen Büro in Form eines abgeteilten Flurstückes auskommen musste.

Wie haben sich doch die Zeiten geändert: In diesem Schuljahr bekamen wir, weil unser altes Büro aufgrund der steigenden Schülerzahlen in einen Klassenraum umgewandelt werden musste, in wenigen Wochen über die Sommerferien eiligst fertiggestellt, ein neues Büro in der ehemaligen Schülerbücherei eingerichtet, mit dem wir sehr zufrieden sind und für dessen schnelle Verwirklichung wir uns an dieser Stelle bei den Verantwortlichen einmal recht herzlich bedanken möchten.

Wenn man sich die Mühe macht und in das noch in Arbeit befindliche Schulprogramm der THR schaut, so fällt zur Geschichte und zum Selbstverständnis der SV an unserer Schule auf, dass wohl früher die SV-Arbeit mehr von Interessengegensätzen Schüler-Lehrer geprägt war. Es gab wohl früher auch an der THR vereinzelt noch Lehrer, die prügelten, die feststehende Erlasse nicht einhielten oder einfach nur extrem ungerecht zu ihren Schülern waren. Schüler hatten aus ihrer Sicht die Klappe zu halten und ihre Interessen und Vorschläge zur Gestaltung des Schullebens wurden meistens überhört, der Wunsch nach Schülermitverantwortung oder gar Mitbestimmung kamen fast einer Revolution gleich. Dies änderte sich jedoch im Laufe der Zeit. Es gab zwar immer noch Probleme und Konflikte zwischen Lehrern und Schülern (und das ist für eine Schule eigentlich auch ganz normal), nur das Miteinander wurde auf eine andere Grundlage gestellt. Um das Schulprogramm noch einmal zu zitieren: In einem Klima des sozialen Miteinanders und der Toleranz soll bei den Schülern die Bereitschaft und Fähigkeit zu eigenverantwortlichem Handeln geweckt und gefördert werden. Und das geschieht an der THR schon lange nicht nur in der Theorie.

Dass dies an der THR längst weit vor dem Schulprogramm 2000 in die Tat umgesetzt wurde, lag - und hierbei fällt Ihr Name zum zweiten Mal, Herr Turk - vor allem auch an Ihnen als Schulleiter. Unter Ihrer Regie gelangte die SV an der THR zur Blüte (um es einmal biologisch auszudrücken), konnte sich demokratisch mitbestimmend, mitverantwortlich und oft unbürokratisch einfach am Schulleben beteiligen wie nie zuvor. Vielleicht lag das ja auch daran, dass Sie selbst einmal früher Verbindutigslehrer waren und mit den Sorgen und Problemen einer SV mehr als vertraut waren. Sie hatten stets ein offenes Ohr für die Belange der SV, haben uns unterstützt, wo es nur ging, haben uns aber auch mit erhobenem Zeigefinger deutlich gemacht, wenn wir über das Ziel hinausgeschossen waren oder Dinge in Angriff nehmen wollten, die keinen Sinn machten oder für die es nie eine Mehrheit geben würde.

So war es aus unserer Sicht nicht, verwunderlich, als bei Ihrer Verabschiedung. im Januar dieses Jahres eine Abschlussklasse, die heute durch Melanie Berauschek vertreten ist, zusammen mit der SV auf die Idee kam, das umgestaltete Schulatrium nach Ihnen zu benennen. Wir alle (und da meine ich, sicherlich nicht nur die Schülerschaft) freuen uns darüber, dass unser Atrium , dass unsere Schule mit Ihrem Namen so eng und für alle sichtbar verbunden bleibt.

Eie persönliche Bemerkung möchte ich als Schülersprecherin an dieser Stelle allerdings auch loswerden, auch auf die Gefahr hin, dass Frau Rogold das als Einschmeichelung von Seiten der SV ansehen könnte: Lieber Herr Turk, in Frau Rogold - (und das kann ich Ihnen schon nach wenigen Monaten versichern) - haben Sie eine würdige Nachfolgerin gefunden !

Heute, am 19. Oktober 2000, ist es also endlich soweit. Nach kostspieliger, langer und mühseliger Arbeit und Schufterei von Lehrern, Schülern, Hausmeister und so vielen anderen kann unser Friedhelm -Turk - Atrium endlich eingeweiht werden. Vorbei ist die Zeit, in der man Unkraut und wild wuchernde Sträucher und Bodendecker in all ihrer Pracht von jenseits der Glasscheiben "bewundern" konnte. Das Atrium als Schandfleck .des -Verwaltungstraktes unserer Schule - so musste es wohl noch zu Beginn des Jahres 1999 bezeichnen werden.

Dass wir Schüler es waren, die gesagt haben: "So geht es nicht weiter, lasst uns nicht nur darüber meckern, sondern lasst uns etwas tun!" darüber bin ich heute mächtig stolz, wenn ich das fertige Atrium nun in vollem Glanze so vor mir sehe. Die Idee, einen so schönen Innenhof der Schule, in den auch im Sauerland mal die Sonne scheint und in dem es stets windstill ist) für Menschen zu öffnen, Tische und Bänke aufzustellen und zu einem Ort der Entspannung und ruhigen Begegnung werden zu lassen, war wohl so überzeugend, dass wir hiermit bei vielen Verantwortlichen auf offene Ohren stießen.

Da wäre zunächst einmal die Stadt Lüdenscheid zu nennen, die die grundsätzliche Genehmigung zu erteilen hatte und in kurzer Zeit durch den Einbau einer zweiten Ausgangstür die baurechtlichen Voraussetzungen für eine Atriumnutzung schaffte.

Da möchten wir an dieser Stelle bereits unseren Hausmeister nennen, der sich von Anfang an für unser Vorhaben mit einsetzte, uns bei allen anfallenden Arbeiten beriet und selbst mit anpackte, der sogar nicht davor zurückschreckte, seine Söhne zur Arbeit im Atrium anzuhalten und abzustellen. Einen solchen Hausmeister hatte die THR eigentlich schon lange verdient.

Dank möchten wir auch der letztjährigen SV sagen, die dieses Projekt begonnen hat und in Form der ehemaligen Schülersprecherinnen Julia Schlenz und Melanie Scholtysik heute hier vertreten sind. Ich hoffe, ihr seid erstaunt, wie schnell wir doch weitergearbeitet haben und seid mit der Vollendung eures Projektes zufrieden.

Herzlich bedanken möchten wir uns bei allen Klassen, die beim letzten Treppenfest für die Gestaltung des Atriums auf die Hälfte ihrer Einnahmen verzichteten und bei den Eltern, die durch ihre finanzielle Spende und auch durch Pflanzspenden uns bei der Verwirklichung des Projektes unterstützten. Vielen Dank den Lehrerinnen und Lehrern unserer Schule-,allen voran unseren Verbindungslehrern, die nicht nur Pflanzen und gute Ratschläge mitbrachten , sondern die auch kräftig mit Hacke und Schaufel anpackten. Dass Lehrerinnen und Lehrer nicht nur geistig sondern auch körperlich arbeiten können, haben wir mit Bewunderung feststellen können. Danke auch an die Lehrerinnen und Lehrer, die anstelle von Rügen und Tadeln oder sinnlosem Nachsitzen ihre kleinen und großen Sünder zum nachmittäglichen Arbeiten im PZ abkommandiert haben. Ohne diese "freiwilligen" Helfer wären wir bestimmt noch nicht fertig. Besonders bedanken möchten wir uns auch bei Herrn Morlinghaus, der uns die schönen Einladungen entworfen und gedruckt hat, und bei Frau Wagener, die das heutige Büffett zusammengestellt hat. Dass uns die Sparkasse Lüdenscheid beim Drucken der Einladungen finanziell unterstützt hat, hat uns kurz vor Toresschluss besonders gefreut. Last not least möchten wir zu guter Letzt unseren Förderverein nennen, der, als unsere über Jahre hin mühselig angesparten finanziellen Mittel für die Ausgestaltung des Atriums aufgebraucht waren und unser Konto bei 0,-DM angelangt war, dafür sorgte, dass kein Baustopp eintrat, sondern dass wir mit seiner Unterstützung weiterarbeiten und das Atrium vollenden konnten.

Alle, die uns geholfen haben, und bisher nicht genannt wurden, können wir an dieser Stelle aus Zeitgründen leider nicht namentlich nennen (ich bemerke auch schon, wie immer mehr Gäste sehnsüchtig zu unserem Büffett hinüber schauen), ich möchte auch ihnen Namen der SV der THR abschließend ganz herzlich danken.

(kleine Pause)

Und nun, lieber Herr Turk, möchte ich Sie nach vorne bitten, um die Schere von mir in Empfang zu nehmen, mit der Sie heute. durch einen kräftigen Schnitt unser und auch ihr Atrium offiziell für alle Schüler, Eltern und Lehrer (und hierzu zähle ich auch alle Ehemaligen) freigeben.

Sonja Hecker (10 e) am 19. 10. 2000

 
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