Theodor-Heuss-Realschule
Lüdenscheid
von Susanne Kornau
"Erkenne dich selbst in drei Tagen" - auf diesen Kern lässt sich ein Angebot bringen, das die Theodor-Heuss-Realschule derzeit mit professioneller Hilfe den 107 Schülern ihrer 9. Klassen macht. Denn für die wird es langsam ernst, müssen sie sich doch um Ausbildungsplätze bemühen und damit erste Erfahrungen mit den Regeln der freien Wirtschaft sammeln. Dazu gehört, gut informiert zu sein, seine eigenen Wünsche und Möglichkeiten einschätzen und sich letztlich gut verkaufen zu können. Seit gestern läuft ein dreitägiges Seminar, mit dem die Schüler optimal auf den Start ins Berufsleben vorbereitet werden sollen. Es ist der Abschluss einer Reihe von Maßnahmen, die in der achten Klasse begonnen haben. Im Mittelpunkt des Seminars steht ein in dieser Form neues Angebot, mit dem das "Persönlichkeits- und Interessenprofil" jedes Teilnehmers ermittelt wird. Das geschieht in Zusammenarbeit mit der Wuppertaler Marketingagentur "Imago". Gemeinsam mit AOK-Fachberaterin Ilka Stute absolvieren die Schüler schließlich noch einen Schritt auf dem Weg ins Berufsleben: ein Bewerbungstraining. Sie lernen sicheres und überzeugendes Auftreten sowie die Kunst, dem Gegenüber klarzumachen, dass man genau der Richtige für diesen Ausbildungsplatz ist. Jede Klasse wird von zwei Deutschlehrern begleitet. Geübt wird in kleinen Gruppen, so dass jeder mehrfach Gelegenheit hat, die Scheu vor der Selbstdarstellung abzulegen, eigene Schwächen zu erkennen und gegenzusteuern.
Hintergrund des Angebotes ist es, die Trefferquote bei der Wahl des richtigen Ausbildungsplatzes zu erhöhen. "Die langjährige Erfahrung aller beteiligten Institutionen lehrt, dass die meisten keine rechte Vorstellung davon haben, welcher Beruf denn wohl zu ihnen passt", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Schule und AOK. In Zeiten, da das Angebot an Ausbildungsplätzen schrumpft, sei es doppelt wichtig, einen Misserfolg durch mangelhafte Vorbereitung oder gar einen Abbruch der Lehre zu verhindern.
Bildunterschrift
Üben auf fremdem Terrain: Im AOK-Schulungsraum bereiten sich Heuss-Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen mit Profi-Hilfe auf Bewerbungsgespräche vor.
Foto: Nüsken
Als erstes bekamen wir einen Fragebogen über unsere Interessen und Talente.Wir, unsere Eltern und ein Lehrer mussten diesen mit Punkten von 1-überhaupt nicht, bis 5-wirklich sehr stark, bewerten. Es gab den Bereich, was wir interessant finden wie:"die Klassenkasse verwalten" oder "etwas pflanzen und pflegen". Es gab nun 50 verschiedene Tätigkeiten, die wir bewerten mussten. Unsere Eltern und Lehrer mussten unsere Eigenschaften, Talente und besondere Intertessen bewerten. Nun mussten wir uns zum ersten mal in einem Bewerbungsgespräch vorstellen. Wir mussten den Namen sagen, welche Interessen und Hobbys wir haben und was uns an diesem Beruf so gefällt. In ein zweites Heft mussten wir nun die Punkte aus dem ersten Heft übertragen. Dazu gab es nun fünf Kategorien: Handwerk und Technik, Büro und Verwaltung, Handel und Wirtschaft, Soziales und Erziehung und Kunst und Sprache. Hatte man alle Punkte aus den Fragen übertragen, konnte man sehen, in welchem Bereich man am besten passen würde.
Als nächstes gab es den Bereich, was uns unser Beruf "bieten" soll. Hierzu gab es auch wieder verschiedene Dinge, die man möchte oder nicht, z.B.:"möchte im Team arbeiten" oder "möchte viel Abwechslung haben". Dies wurde wieder mit Punkten von 1 bis 5 bewertet. Auf der nächsten Seite im Heft wurden dann unsere Talente aufgeschrieben, die unsere Eltern und Lehrer mit einer 4 oder 5 bewertet hatten. Nun konnte man erste Übereinstimmungen sehen. Jetzt mussten wir uns nochmal vorstellen und diesmal mit den Dingen, die uns dieser Beruf bieten sollte.
Als nächstes kamen dann "Macher"-, "Kontakter"-, "Teamplayer"-, und "Tüftler"-Talente ins Spiel. Der Dominante (Macher) will die Kontrolle behalten. Er sieht sich als schnell und energisch. Andere sehen ihn als beherschend. Der Initiative (Kontakter) ist kontaktfreudig und lebhaft. Er sieht sich als ideenreich und einflussreich. Andere wiederum sehen ihn als sprunghaft. Der Teamplayer ist loyal und sieht sich selber als teamfähig. Andere sehen ihn als unflexibel. Und der Gewissenhafte (Tüftler) ist sachlich. Er sieht sich selber als genau und diplomatisch. Bei anderen kommt er als umständlich und bremsend an.
Nach den Einschätzungen der Lehrer, Eltern und Mitschülern konnten wir feststellen, welcher Typ wir sind. Als letztes haben wir noch ein Verkaufgespräch einer Urlaubsreise nachgespielt. Verkäufer waren die, die als Talent mehr Kontakter waren. Sie konnten nun ihren Umgang mit Kunden testen. Bei dem zwei-tägigen Seminar bei der AOK haben wir viel über unsere Persöhnlichkeit, Talente und besondere Eigenschaften gelernt und welches Berufsfeld zu uns passen würde.
Patrick Kanditt (9c)