Theodor-Heuss-Realschule
Lüdenscheid
Von Michael Nürenberg
Um 8 Uhr zu Schulbeginn war gestern der große Moment gekommen: Am riesigen Kran schwebte das schwere, 7.2 Meter hohe Metallgestell für den neuen behindertengerechten Aufzug an der Heuss-Realschule (THR) am Wefelshohl im Atrium der Schule ein.
Im Beisein von Bürgermeister Dieter Dzewas, Frank Kuschmirtz und Peter Welter von der Zentralen Gebäudewirtschaft der Stadt (ZGW) und Reinhard Merkschien vom Schulverwaltungsamt konnte sich Schulleiterin Jutta Rogold über das Erreichte freuen. Auch stellvertr. Pflegschaftsvorsitzende Ute Eske, Christiane Christian vom Förderverein, Silvia Masuch und Daniel Kühn von der Arbeitsgruppe, Rebecca Manuseva von der Schülervertretung und SV-Lehrer Peter Rothenberg und natürlich Hausmeister Walter Geitz ließen sich den großen Moment nicht entgehen.
Nach monatelangen Planungen und Aktionen wurde ein neuer Abschnitt der Schulgeschichte am Wefelshohl eingeläutet. Nur noch die hydraulische Fahrstuhlmechanik und die Verglasung müssen installiert werden.
Dieter Dzewas: "Eine nicht alltäglich Aktion für Integration und Mobilität von Menschen mit Behinderungen, die in Lüdenscheid Premiere feiert." Jetzt müsse man schauen, ob auch an anderen Schulen solche Anlagen nötig seien. Der Bürgermeister sprach von einer guten Sache, die die Stadt gern und unbürokratisch unterstützte. Auch in der Politik habe das Vorhaben "breite Unterstützung" erfahren.
Auslöser für die Pläne war der Antrag der Theodor-Heuss-Realschule (THR) an die Stadt, einen Aufzug in das Gebäude einbauen zu lassen, um zwei (geh-)behinderten Schüler/innen den Unterricht in einer Regelschule zu ermöglichen. Der Wunsch der THR basierte nach Anregungen des Religionskurses der Klasse 10 auf dem Fall eines Mädchens der Klasse, das auf den Rollstuhl angewiesen war. Ihr Klassenraum war ebenerdig; die Sachräume lagen aber in einem anderen Geschoss. Um am Informatik-Unterricht teilnehmen zu können, musste die Schülerin von ihren Klassenkameraden die Treppe herauf- und wieder heruntergetragen werden.
Die Schule wollte auch für nachfolgende Schüler mit Behinderungen eine dauerhafte Lösung. Das ist nun endlich erreicht.
Die THR selbst beteiligte sich durch Spendensummen (u.a. Schulfest und Sponsorenlauf) an der Finanzierung und konnte zudem mit einem weiteren Beitrag rechnen, der während einer Sammelaktion auf der Südwestfälischen Technologie - Ausstellung (SWTAL) zusammenkam.
Insgesamt kostet der Fahrstuhl (vom Erdgeschoss in den 1. Stock), der von der Außenseite an der Schulfront kostengünstig montiert werden konnte, 63 000 Euro, wie Peter Welter zu berichten wusste. Davon kamen 10 000 Euro aus Aktionen der Schule am Wefelshohl.
(Westfälische Rundschau, 23.08.207, um Bildzeile gekürzt)
Von Jennifer Gärtner
Mit einem großen Kran und viel Fingerspitzengefühl hat gestern das Gehäuse für den behindertengerechten Fahrstuhl der Theodor-Heuss-Realschule seinen Platz gefunden. Der zweistöckige Seilhydraulikaufzug soll in Zukunft rollstuhlfahrenden Schülerinnen und Schülern den Schulalltag erleichtern. Die Integration von Behinderten steht bei dem Projekt im Vordergrund.Die Idee für den behindertengerechten Aufzug kam einer Religionsgruppe der Klasse 10, in der sich eine gehbehinderte Schülerin befand. Sie forderte einen würdevolleren Schulalltag für Schüler und Schülerinnen, die im Rollstuhl sitzen.Realisiert werden konnte die Schüleridee nur durch große Unterstützung und Spendenaktionen. Die Schüler wurden selbst aktiv und sammelten durch einen Sponsorenlauf unter dem Motto "Laufen, damit andere fahren können" rund 7000 Euro. Auch im Rahmen der vergangenen südwestfälischen Technologie-Ausstellung sind knapp 1500 Euro gespendet worden. Zusätzlich durch den Erlös des Schulfestes konnte der Förderverein schlussendlich rund 10000 Euro für die Anschaffung des behindertengerechten Fahrstuhls beitragen. Die Gesamtkosten für die Bauarbeiten betragen rund 63000 Euro.Bürgermeister Dieter Dzewas ist begeistert von dem Projekt: "Es ist schön, dass aus dieser Idee, die von Schülern ins Leben gerufen wurde, eine umgesetzte Tat geworden ist." Er hält den behindertengerechten Aufzug für wichtig und findet, dass die Theodor-Heuss-Realschule mit gutem Beispiel voran geht. Auch Schulleiterin Jutta Rogold ist stolz, dass ihre Schülerinnen und Schüler "Flagge zeigen" und selbst so aktiv mitgeholfen haben. Die Bauarbeiten für den rund acht Meter hohen Aufzug sind zu Beginn der Sommerferien in Angriff genommen worden und noch immer in vollem Gange. Bis auf die Firma, die den Fahrstuhl baut, sind ausschließlich heimische Handwerker an den Bauarbeiten beteiligt.Voraussichtlich eine Woche nach den Herbstferien sollen die Bauarbeiten für den behindertengerechten Fahrstuhl abgeschlossen sein und der Fahrstuhl in Betrieb genommen werden können.
(Lüdenscheider Nachrichten, 23.08.2007)