Theodor-Heuss-Realschule
Lüdenscheid
Verdienter Stadtmeister: Die Schüler der Theodor-Heuss-Realschule um Lehrer Olaf Reuber Fotos: Machatzke
Von Jörg Hellwig
LÜDENSCHEID • Der Titelverteidiger begann ganz stark. Am Ende aber jubelten die Anderen: Nicht die favorisierte Adolf-Reichwein-Gesamtschule entschied das B-Klassen-Turnier für sich, sondern die Realschulen waren im Finale unter sich. Und als verdienter 2:0-Sieger über die Schirrmann-Realschule verließ die Theodor-Heuss-Realschule den Nattenberg.
Der Stadtmeister erhielt wie der Finalgegner bei der Siegerehrung ein Sonderlob von Altbürgermeister Jürgen Dietrich: „Euer Verhalten, euer sportlicher Umgang miteinander, auch nach einem Foulspiel - davon könnte sich die Bundesliga eine Scheibe abschneiden", formulierte der ehemalige RWL-ZweitligaPräsident unter dem anerkennenden Applaus der Kicker.
Der zweite Turniertag hatte zuvor zwar nicht sehr torreiche, aber viele spannendeund gutklassige Spiele hervorgebracht, obwohl der durch den doch länger anhaltenden Regen rutschige Rasen den Kickern manches Mal auch zusetzte.
In der Vorrundengruppe A setzte der Titelverteidiger Reichwein-Gesamtschule die ersten Ausrufezeichen. Noch etwas schwer kam die Elf von Andre Staack beim 1:0 gegen die Rainer Blumes Albert-Schweitzer-Kicker in Tritt. Dann überfuhr sie das Bergstadt-Gymnasium mit 6:0, ließ zum Abschluss gegen eine spürbar stärker werdenden Ganztagsschule Stadtpark ein 2:0 folgen und zog gegentorlos ins Halbfinale ein. Die Stadtpark-Kicker von Betreuungslehrer Stefan Mroß hatten trotz vorhandenen spielerischen Potenzials mit zu viele Einzelaktionen den Turnierauftakt in den Sand gesetzt: Gegen das BGL mit Betreuungslehrer Ralf Rüther unterlag die GTS mit 0:1 und kam auch gegen die Hauptschulkollegen von der Albert-Schweitzer-Schule nicht über ein 1:1 hinaus, weil viele Torchancen ungenutzt liegen blieben.
So erwiesen sich letztlich die Gymnasiasten von der Saarlandstraße als die „Mathe-Künstler": Denn vielen Teams vor ihnen ist es nicht gelungen, mit einer Tordifferenz von 1:6 aus drei Partien ins Halbfinale einzuziehen. Aber letztlich reichte das torlose Remis gegen die Schweitzer-Nachbarn von der Kaiserallee den kühlen Rechnern zum Vorstoß in die Runde der letzten Vier.
Noch weitaus spannender ging's in der Vorrundengruppe B zu: Die RSR eröffnete das Turnier unter Regie von Jutta Lück-Effert mit einem glatten 3:0-Erfolg über das Geschwister-Scholl-Gymnasium. Anschließend setzte sich der langjährige RWL-Torjäger Olaf Reuber mit seinen Heuss-Realschülern knapp mit 2:1 gegen die Kicker vom Zepp durch, nutzte freilich da schon einige gute Chancen nicht. Die Chancenverwertung blieb auch im Duell mit Freund Paul Scheermann und dessen sich „einigelnden" Scholl-Kickern mangelhaft. Am Ende stand nur ein torloses Remis, das ebenfalls Endresultat des Duells zwischen Richard-Schirrmann-Realschule und dem Zeppelin-Gymnasium war.
Das Staberg-Duell zwischen Scholl und dem Nachbarn brachte eine erste Entscheidung: Der Scheermann-Truppe gelang zwar das schönste Turniertor durch Jean-Pierre Beaupain per Fallrückzieher, am Ende hatte aber das Zepp die Nase vorn und mit vier Punkten noch Chancen auf das Halbfinale. Das erste Auseinandertreffen zwischen THR und RSR beherrschten zum Gruppenfinale die Realschüler vom Wefelshohl, die es nach einer 1:0-Führung freilich versäumten, den Sack vorzeitig zuzumachen. Angesichts der vergebenen Chancen war Zepp-Betreuungslehrer Amin Hadifar schon fünf Minuten vor Spielende Realist und ordnete an: „Jungs, ihr könnt euch umziehen."
Im ersten Halbfinale zwischen Reichwein-Gesamtschule und RSR hatten die Gesamtschüler zwar Feldvorteile, in punkto Torchancen standen die RSR-Spieler ihnen freilich in nichts nach, nur Tore fielen im spannenden Duell nicht. Nerven wie Drahtseile bewies die RSR im Elfmeterschießen, verwandelte fünfmal eiskalt, so dass ein einziger Fehlschuss der Staack-Truppe entschied.
Mit einem verdienten 1:0-Erfolg über das Bergstadt-Gymnasium, das eine einzige riesige Ausgleichschance vergab, zogen die Heuss-Realschüler ins Finale ein.
Dort dominierten sie und wiederholten ihren Vorrundensieg dank zweier Tore von Burak Oezler und sicherten sich zu Recht den Pokal.
Altbürgermeister Jürgen Dietrich, der seit Beginn der Schülerfußball-Stadtmeisterschaften Schirmherr der Veranstaltung ist, überreichte gestern den Siegerpokal an den Kapitän des THR-Siegerteams, Gökhan Besirlioglou.
Die Spieler wurden mitunter nass, die Lehrer am Rande (hier Olaf Reuber, r.) hatten es da besser.
Des einen Freud, des anderen Leid: Burak Oezlers (r.) Tor zum 1:0 im Finale ebnete den Weg zum THR-Erfolg.
Im Endspiel wurde um jeden Zentimeter gekämpft.
Wie im Vorjahr erst im Finale gestoppt: die Richard-Schirrmann-Realschule.
LÜDENSCHEID Mit 25 Treffern waren die Torjäger in den 15 Spielen der Altersklasse B am gestrigen Mittwoch auf dem Nattenberg-Nebenplatz recht zurückhaltend, gleich vier Partien endeten nach 18-minütiger Spielzeit torlos Unentschieden. Mit Stefanos Kafetzis brachte es ein Akteur der Adolf-Reichwein-Gesamtschule immerhin auf drei Tore, die Kicker vom Eulenweg mussten sich nach einer personeller Schwächung dennoch im Elfmeterschießen aus dem Halbfinale verabschieden. jig
Die Torschützen von gestern Nachmittag: