Theodor-Heuss-Realschule
Lüdenscheid

Das sind die Schüler und Schülerinnen der Klasse 9c der Theodor-Heuss-Realschule. Foto: Fischer Bolz
LÜDENSCHEID Gute Arbeitszeiten, super Kollegen, viel Spaß und, jede Menge Geld: Wo gibt es solch einen Job? Gibt es ihn überhaupt? Mit diesen und ähnlichen Fragen halten sich die Jugendlichen der Theodor - Heuss -Realschule nicht auf. Die Neuntklässler sind realistisch genug, um in der Echtzeit zu suchen, statt Träumen nachzuhängen. Drei Wochen Praktikum liegen hinter den 120 Schülern und Schülerinnen. Drei Wochen, die (fast) alle als „sehr sinnvoll" bezeichnen. Bei einem Pinnwand-Besuch erzählten die jungen Leute der KIasse 9c von ihren Erfahrungen, von Haupttreffern und möglichen Ausbildungsplätzen. Aber auch Niederlagen und der Wunsch nach einem zweiten Praktikum wurden diskutiert.
„Ich war in der Lehrwerkstatt von "Busch Jaeger", erzählt Joel. Stolz ist er darauf, was er in drei Wochen gelernt hat. Spaß hat es zudem gemacht, so dass sich Joel sehr gut vorstellen kann, eine Ausbildung zum Industrieelektroniker oder -mechaniker zu machen. Einen Glücksgriff hatte auch Timo getan: Er war beim Katasteramt des Märkischen Kreises. Eine Ausbildung zum Vermessungstechniker steht jetzt oben mit der Wunschliste. Gülsüm kann bei solchen Geschichten nur mit den Schultern zucken. Sie war froh, als ihr Praktikum im Klinikum vorbei war. „Niemand hat sich um mich gekümmert: Eigentlich habe ich nur geputzt." Klar, dass sich Gülsüm gern neu orientieren und ein zweites Praktikum in einem anderen Bereich machen würde. Aber das ist nicht vorgesehen.
Viele Schüler haben in ihrer „Hospitanz" zwar schon mal den Schritt in eine für sie richtige Richtung geschafft, aber das Ziel noch nicht gefunden. Wie Vanessa. Sie war in einem Kindergarten. „Ich dachte, es sei easy dort. Ein bisschen auf die Kinder aufpassen und fertig", lacht die junge Frau. Sie würde beruflich lieber nun mit älteren Kindern arbeiten. Ebenso Jacqueline, die bei der Betreuung von Zwei- bis Vierjährigen eingesetzt war. „Lieber möchte ich etwas mit Jugendlichen machen."
Übrigens: Aus der 9c gibt es auch Ungewöhnliches zu berichten. Dennis arbeitete in einem Kindergarten und fand den Job so interessant, dass er sich auch jetzt noch dort einbindet; Sara war im Werkzeugbau und baute komplette Maschinen auseinander. „Eigentlich, war es ganz cool", sagt die 16-Jährige. Dennoch möchte sie in den Ferien ein zweites Praktikum nachschieben: bei einem Fotografen. Dass man sich selbst engagieren muss, haben alle gelernt: „Die Schüler haben sich selbst um die Praktikumsplätze gekümmert. Nur einige wenige wurden zugewiesen. Und es gab auch nur einige wenige bedenkliche Einzelfälle, die Schwierigkeiten in den Betrieben hatten", erzählt 9c-Klassenlehrer Thomas Schwarze. Nach den Osterferien wird in der THR eine Ausstellung mit Ergebnissen, Werkstücken und Highlights aus der Praktikumszeit präsentiert. • sanna