Die Theodor - Heuss - Realschule trauert um ihren ehemaligen Schulleiter - Herrn Horst Brocksieper

 

Mit Betroffenheit haben wir erfahren, dass unser ehemaliger Schulleiter


Herr Horst Brocksieper
Realschuldirektor i.R.

im Alter von 83 Jahren verstorben ist.


Herr Brocksieper hat die Theodor-Heuss-Realschule von 1964 bis 1984 geleitet und geprägt. Er hat seine Aufgabe als Schulleiter vorbildlich erfüllt, und er war Pädagoge aus Überzeugung und mit ganzem Herzen. Die Erziehung junger Menschen stand für ihn in der Schule gleichrangig mit der Vermittlung von fundiertem Wissen. Vielen Jahrgängen ehemaliger Schülerinnen und Schüler wird seine sowohl strenge aber auch väterlich-freundliche Art unvergessen bleiben.

Wir werden Herrn Brocksieper dankbar ein ehrendes Andenken bewahren.


Für die Theodor-Heuss-Realschule Lüdenscheid

Jutta Rogold
Joachim Morlinghaus
Realschulrektorin
Vorsitz Lehrerrat

 

Lüdenscheid im März 2005

 

 

Die Theodor-Heuss-Realschule entscheidend geprägt

Porträt Brocksieper

"Er hat sich um seine Schule verdient gemacht!" Dieses hohe Lob erhielt Realschuldirektor Horst Brocksieper von der Bezirksregierung und der Stadt Lüdenscheid, von Kollegen und Freunden, als er 1984 in die Pensionierung verabschiedet wurde. Im Alter von 83 Jahren ist Horst Brocksieper nun in Bad Sassendorf, dem Ort seines Ruhestandes verstorben.

Zwanzig Jahre lang – von 1964 bis 1984 – hat er "seine" Schule, unsere Theodor-Heuss-Realschule, geleitet, ihr "seinen Stempel" aufgedrückt – im besten Sinne dieses Wortes.

In Thüringen geboren, verschlug es Horst Brocksieper nach dem Krieg in den westlichen Teil unseres Landes. Über die Stationen Herne, Wickede, Bochum und Waltrop kam er nach Lüdenscheid und übernahm hier die Leitung der Realschule.
Keine einfache Zeit für den neuen Direktor, der angesichts der permanenten
Raumnot der Schule eigentlich nur die vorgefundenen Unzulänglichkeiten verwalten
konnte.

Mit dem Umzug von der Kluse zum Tinsberg schienen 1969/70 die bisherigen Raumnöte der Theodor-Heuss-Realschule ein für alle mal zu Ende zu sein. Doch dann explodierten die Schülerzahlen: Die Grenze zur Tausend wurde erreicht.

Aufreibende Auseinandersetzungen mit dem Schulträger folgten. Dabei hatte Horst Brocksieper abseits von den auch ideologisch geführten Diskussionen stets nur das Wohl seiner Schule vor Augen. Er war zu sehr Pragmatiker, um Gefallen an den Schülerzahlenspekulationen des Schulträgers zu finden. Im neuen Gebäude am Wefelshohl sollten 1980 eigentlich ideale äußere Arbeitsbedingungen für die Theodor-Heuss-Realschule erreicht sein. Als es auch dort wieder eng zu werden begann, war Horst Brocksieper schon in den verdienten Ruhestand verabschiedet.

Der ausgezeichnete Ruf der Realschule in Lüdenscheid sei wesentlich Horst Brocksiepers Wirken mitzuverdanken, hatte Kulturdezernent Klaus Crummenerl in seiner Abschieds-Laudatio gesagt. Es war wahrhaftig kein leeres Kompliment.

Vielen Jahrgängen von Schülerinnen und Schülern wird Horst Brocksieper unvergeßlich bleiben, in seiner sowohl strengen aber auch väterlich-freundlichen Art. Das große Bonbonglas in seinem Büro war immer gefüllt mit Süßigkeiten als Trost, wenn er wieder mal hatte streng sein müssen. Oder einfach als nette Belohnung.

Mit Horst Brocksieper ist ein Pädagoge gegangen, dem die Erziehung und Bildung junger Menschen aus Überzeugung am Herzen lag. Manchem mag seine besondere Betonung der Erziehung zuweilen altmodisch und konservativ erschienen sein – auf ihren unverzichtbaren Wert beginnt man sich inzwischen wieder zu besinnen.



 

 
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