Mi. 07.02.2024

BÄM-Brücke

Lüdenscheid

Nun hat die Debatte sogar das Klassenzimmer erreicht. An der Theodor-Heuss-Realschule in Lüdenscheid brüteten zuletzt Kinder der 7. und 8. Klasse im Politikunterricht über der Frage, die nicht nur Lüdenscheid, sondern Südwestfalen bewegt. Sie lautet: Braucht die Rahmedetalbrücke in Lüdenscheid, die gerade neu gebaut wird, einen neuen Namen? Oder soll das Bauwerk der Autobahn 45, das einsturzgefährdet gesperrt werden musste und ein Infrastrukturdesaster sondergleichen darstellt, seinen Namen als Mahnmal weitertragen?

Zur Erinnerung: Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte beim ersten symbolischen Hammerschlag zum Neubau im Oktober 2023 die Nachricht mitgebracht, dass die Brücke einen neuen Namen erhalten werde und dass die Bürger an der Namensfindung beteiligt werden würden. Aber wollen die das überhaupt? Und falls ja: Wie soll die Brücke heißen? Diese Fragen richteten wir an Sie, liebe Leserinnen und Leser. Mit erstaunlichen Ergebnissen.

Zum Beispiel dem, dass da plötzlich im Politikunterricht von Lehrerin Jasmin Rahrbach an der Theodor-Heuss-Realschule Jungs und Mädels zusammensitzen und sich eine Meinung bilden. Celina und Annabell zum Beispiel sind für einen neuen Namen, „weil etwas Neues damit in die Stadt kommt. Es ist immer so viel gleich in Lüdenscheid. Wir brauchen was NEUES!“ Eine Idee für einen neuen Namen haben sie auch: „BAM-Brücke Lüdenscheid“. Ausgesprochen: BÄM! Das Geräusch zur Sprengung, zum Abriss des Alten. „Ein Neuanfang“, schreiben die beiden und rechtfertigen den ungewöhnlichen Namen: damit „nicht immer alles so ernst und langweilig klingt“.

Mit einem Augenzwinkern nähert sich Lehrerin Jasmin Rahrbach dem Thema und schlägt vor: „Immerhinschnelleralsderrathaustunnel-Brücke“ – in Anlehnung an den Rathaustunnel in Lüdenscheid, der seit zehn Jahren eine Dauerbaustelle und damit ein Ärgernis ist. Alina schlägt „Lüdenscheider Stadtbrücke“ vor, Ben plädiert für „Staubrücke“, Skyler für „Neue Brücke“, Mina für „Lücke-Brücke“. Anes, Colin und Mehmet sind – wie drücken wir das aus – eher reserviert: „Wen juckt bitteschön der Name?“

Um ehrlich zu sein, ihr Drei: Schon den einen oder anderen, wie die Kontroversen der vergangenen Tage und Wochen zeigen.

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Artikel von 07.02.2024: Westfalenpost Olpe, Region, S.3.